Spendenaufruf

Seit nun über neun Monaten bin ich für Prayas in Indien tätig. Ich unterrichte Kinder in einer Slumgegend, die auf staatliche Schulen vorbereitet werden. Diesen Kindern bringe ich die Grundlagen der englischen Sprache und in Mathematik bei.

Außerdem arbeite ich halbtags im Hauptoffice von Prayas, indem auch ein Shelterhome für 50 Mädchen untergebracht ist. Diese Mädchen sind Opfer von Kinderhandel, Kinderarbeit, sexuellem Missbrauch und viele von ihnen sind stark traumatisiert.

Zusammen mit meinen Mitfreiwilligen habe ich für diese Mädchen ein Langzeitprojekt ins Leben gerufen, das ihnen die Möglichkeit bietet, für einige Tage dem Alltagsstress in Delhi zu entkommen.

Unser Plan ist es, dass jedes Jahr jeweils eine Gruppe von Mädchen, in Begleitung von den neuen Freiwilligen und der Psychologin von Prayas, eine kleine Reise an einen ruhigen Ort außerhalb Delhis unternehmen kann. Dort können sie  entspannen, spielen, und für zumindest ein paar Tage ihr schwere Vergangenheit vergessen. 

Mit einer Gruppe von 16 Mädchen haben wir bereits letzte Woche den ersten Versuch gestartet. Wir sind mit dem Zug nach Rishikesh gereist, wo wir für 4 Tage in einem Ashram lebten.

Für die Mädchen war dies eine ganz besondere Erfahrung, denn Rishikesh liegt direkt am heiligen Fluss Ganges. Früh morgens nahmen sowohl die Hindu als auch die Muslimischen Mädchen ein rituelles Bad im Ganges. Wir besuchten viele Tempel in Rishikesh und in der nahegelegenen heiligen Stadt Haridwar und unternahmen eine  Wanderung zu Wasserfällen in den Bergen nahe Rishikeshs.

Wir Planen bereits den nächsten Trip für die zweite Gruppe. Diesmal möchten wir allerdings einen ruhigeren Ort in den Bergen finden, wo die Mädchen endlich mal Ruhe vor dem ständig herrschenden Lärm und Stress in Delhi finden können.

Um dieses Projekt zu ermöglichen und aufrecht erhalten zu können, benötigen wir Spendengelder.

Unsere Entsende-Organisation VIA e.V. hat für diese Langzeitprojekte ein Spendenkonto angelegt.  

Kontoinhaber: VIA e.V.
Kontonummer: 570 506 27
Bankleitzahl: 240 501 10
Geldinstitut: Sparkasse Lüneburg

Verwendungszweck: VIA-wwSpende Prayas Delhi

Zusätzlich muss ein Spendenformular ausgefüllt werden, damit die Spender eine Spendenbescheinigung erhalten können:

Die Spenden werden von VIA e.V. direkt an Prayas weitergeleitet. Prayas darf diese Spenden ausschließlich für das von uns ins Leben gerufene Projekt verwenden. (Die Spenden kommen also genau dort an, wo sie hingehören und fließen nicht in irgendwelche Verwaltungsgelder. Ausschließlich wir VIA e.V. – Freiwillige dürfen entscheiden, was mit diesen Geldern passiert.)

Durch enge Zusammenarbeit mit den nachfolgenden Freiwilligen kann dies kontrolliert werden.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ich auf diesem Weg einige Unterstützer für unser Projekt finden kann, denn diese wunderbaren Mädchen sind mir alle sehr ans Herz gewachsen.

Weitere Informationen zu einem Dauerspenderkreis findet ihr unter http://via-weltwaerts.de/engagement/dauerspenderkreis

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Zwischenseminar in Bangalore

Auf Grund des weltwärtsprogramms bin ich verpflichtet, an drei Seminaren teilzunehmen. Ein 12 tägiges Vorbereitungsseminar, ein acht tägiges Zwischenseminar hier in Indien und ein Nachbereitungsseminar zurück in Deutschland. Nach nun sieben Monaten Leben und Arbeiten in Delhi, machte ich mich mit einigen Freiwilligen, ebenfalls aus Delhi, auf eine zwei einhalb tägige Zugfahrt in Richtung Süden, nämlich nach Bangalore.

Besonders große Lust hatte ich ursprünglich ehrlich gesagt nicht, denn das Zwischenseminar erinnerte mich schon wieder zu sehr ans „Heimgehen“ und da ich mich hier in Delhi inzwischen richtig heimisch und wohl fühle, wollte ich mich damit natürlich nicht befassen. Hinzu kam, dass ich nicht unbedingt davon begeistert war fast 2 Wochen ausschließlich mit Deutschen zu verbringen.

Dennoch, bereits während der Zugfahrt änderte sich meine Stimmung, denn wir waren eine recht lustige Truppe und hatten viel Spass, sodass die zwei einhalb Tage im Zug fast wie im Flug vergingen.

Da wir etwas zu früh ankamen, verbrachten wir knapp zwei Tage in Bangalore, eine Stadt, die ich niemals besuchen wollte. Jedoch habe ich meine Zeit dort keinesfalls bereut.

Am nächsten Abend quetschten wir uns mit unseren Trecking-Rucksäcken in ein Taxi und ließen uns zu der School of Ancient Wisdom fahren, die etwas außerhalb von Bangalore liegt. Die Schule entpuppte sich als einen paradiesischen Seminarort. In einem riesigen angelegten Park konnte man eine Woche lang immer wieder neue Pavillions, Fischteiche, Termitennester und Wasserstellen entdecken. Es lies sich sehr gut aushalten an diesem Ort, zumal unsere Zimmer und die ganze Umgebung jede Erwartungen übertroffen haben. Nach sieben Monaten in Delhi, waren wir nun endlich an einem Ort der Stille eingekehrt wo man nur noch das Zwitschern der Vögel hören konnte. (Nagut, durch den nahegelegenen  Flughafen und den dadurch entstandenen Fluglärm, wurde man alle paar Minuten doch noch daran erinnert, dass um uns herum Zivilisation existiert.)

Dennoch hätte es keinen besseren Seminarort geben können als diesen, wo man quasi durch die Umgebung gezwungen wird, sich mit sich selbst zu beschäftigen, das letzte halbe Jahr zu reflektieren, ins Gespräch zu kommen und zu diskutieren. 

Unsere Seminarleite von VIA e.V, Götz und Steffie, ließen uns alle Freiheiten das Seminar mitzugestalten, sodass ein interessanter Austausch mit Freiwilligen aus ganz Indien und Nepal stattfinden konnte.

Dadurch entstanden neue Ideen für die eigenen Projekte und unsere Motivation wurde wieder gestärkt.

Doch es wurde nicht nur über unsere Zeit hier in Indien geredet, sondern auch über die Zeit danach, über das „Heim“-kehren, da einige von uns, darunter auch ich, uns kaum noch vorstellen können, nach so einem ereignisreichen und bewegenden Jahr in Indien, einfach wieder neu in Deutschland anzufangen.

Hierbei möchte ich mich noch ein mal bei Götz bedanken, der mir bei einem sehr tollen Gespräch die Augen, hinsichtlich meiner Zukunft, geöffnet hat. 

Hier in Indien habe ich gelernt, dass sich das Leben nicht planen lässt, aber dass trotzdem immer alles irgendwie zum Guten kommt und jede neue Erfahrung, sei sie auch noch so schwer, ihren Sinn hat. 

Deswegen habe ich mich nun endlich meinem, eigentlich schon lang ersehnten Wunsch hingegeben, freie Kunst zu studieren, und nicht mit Kunstpädagogik auf Nummer sicher zu gehen.

Kumbh Mela in Haridwar und Holi in Rishikesh

Mit unseren Nachbarn und drei ihrer Freunde machten wir uns eines Abends mit einem Nachtbus auf Richtung Norden, nämlich Richtung der heiligen Stadt Haridwar, wo dieses Jahr das Kumbh Mela stattfindet. Das Kumbh Mela ist ein Hinduistisches Fest, an dem sich die Sadhus aus ganz Indien treffen um zusammen ihre rituellen Bäder im Ganges zu nehmen. Dieses Fest findet nur alle 12 Jahre in Haridwar statt, darum durften wir uns glücklich schätzen ausgerechnet dieses Jahr hier in Indien zu sein. 

Da an diesem Wochenende kein besonderer Badetag war, wurden meine Erwartungen vom Kumbh Mela leider ein bisschen enttäuscht. Denn die meisten Sadhus blieben wohl in ihren großen Sadhucamps. Da also die Sadhus an diesem heißen Tag nicht im Ganges baden wollten, mussten wir dies übernehmen, um etwas Kumbh Mela-Stimmung aufkommen zu lassen.

Im Gegensatz zu Varanasi ist in Haridwar das Gangeswasser noch absolut sauber und wie ich bald erfahren durfte auch eiskalt. Schließlich ist das Wasser an dieser Stelle nur wenige Hundert Kilometer von seiner Quelle im Gletscher entfernt.

Auch die Strömung durfte keines Falls unterschätzt werden. Wir mussten uns an Eisenketten festhalten, um nicht mitgerissen zu werden.

Obwohl wir nicht unbedingt von dem heiligen Wasser des Ganges überzeugt waren, fühlten wir uns nach diesem Bad richtig beflügelt, die ganze Stimmung an diesem heiligen Ort wirkte einfach positiv auf uns ein.

Am nächsten Tag machten wir uns auf zu einem Camp oberhalb von Rishikesh. Schon die fahrt dorthin (auf der Ladefläche eines Jeeps) war einfach atemberaubend. Mir war vorher nie bewusst, dass ich ein absoluter „Bergmensch“ bin.

Aber als wir den kurvigen Weg entlang des Abgrunds in Richtung Camp fuhren, war ich einfach überwältigt von der Schönheit der Landschaft und des Ganges, der sich sauber und rein durch das Tal schlängelte und brauste.

Von oben konnte ich schon einige der Stromschnellen erkennen, durch die wir uns gegen Mittag beim Raften wagen sollten.

Gegen 15:00 Uhr (nach einem sehr entspannten Morgen im Camp) war es dann endlich soweit. Wir legten unsere Schwimmwesten und Helme an, bewaffneten uns mit Paddeln und ließen uns die die verschiedenen Kommandos von unserem Guide erklären, um uns später selbst vor dem Kentern zu bewahren. Dann endlich ließen wir das Boot ins Wasser und schon nach wenigen Minuten mussten wir uns auf die erste Stromschnelle gefast machen. Aufgrund der riesigen Wellen wird man samt Boot plötzlich in die Tiefe gerissen, um dann von den neu aufkommenden Wellen wieder aufgefangen zu werden. Es war ein unbeschreibliches Gefühl!

Müde und immerhin nicht mehr ganz durchnässt (da wir in einem schönen Restaurant in Rishikesh schon etwas trocknen konnten) setzten wir uns, immer noch etwas verfroren, beim Camp angekommen, vor ein Lagerfeuer.

Am nächsten Morgen war Holi (das Farbfest). Bereits nach dem Frühstück begann eine bunte Farbpulverschlacht. Viel schwieriger als die anderen mit Farbe zu bewerfen, war es am Schluss die eigene Farbe im Ganges wieder abzuwaschen.

Meine Reise in den Sueden

Nach nun 5 Monaten Leben und Arbeiten in der Grossstadt Delhi, war es an der Zeit endlich mal in den Urlaub zu fahren und andere Seiten dieses riesigen Landes kennen zu lernen.

Christine und mich zog es, um dem Winter in Delhi zu entkommen, in den Sueden, nach Goa, Karnataka und Kerala.

Unsere Reise begann mit einem sehr kurzen Aufenthalt in Mumbai, da wir allerdings Urlaub vom Grossstadtleben nehmen wollten, nahmen wir gleich den ersten Nachtbus in Richtung Goa. Zwei Tage verbrachten wir in der wunderschoenen Hauptstadt Goas, Panaji, die mit ihren kleinen Gaesschen immer noch gepraegt ist von der Portugiesischen Kolonialzeit. Wir konnten in eine ganz neue Welt eintauchen, denn in Panaji war kaum noch etwas von all dem Elend und Schmutz  und Laerm zu bemerken, was einem in Delhi staendig begegnet.

Am naechsten Tag besuchten wir Old Goa, eine Stadt in der man hauptsaechlich Kirchen besichtigen kann. Denn anders als in Delhi, sind die Armaturenbraetter der Busse nicht mit Hindugoettern geschmueckt sondern mit Kreuzen. Die Portugiesen hatten wohl mehr Erfolg bei ihrer Missionierung in Indien als die Englaender im Norden.

Ein besonderes Highlight in Old Goa war fuer mich allerdings keine der prunkvollen Kirchen, sondern eine riesige Ruine eines ehemaligen Klosters, wo ich meinen Kletterkuensten freien Lauf lassen konnte.

Nun hatten wir aber genug von Stadtbesichtigungen, denn es zog uns  ans Meer. Fast drei Tage verbrachten wir  an dem wunderschoenen Mandrem Beach im Norden Goas in einer Strandhuette. Zum GLück sind wir in einer recht ruhigen Gegend gelandet, sodass  wir uns ungestoert den schoenen Dingen des Lebens widmen konnten: Sonnenbaden, schwimmen, lesen und endlich mal wieder ganz viel zeichnen (was in letzter Zeit leider viel zu kurz gekommen ist.)

Doch irgendwann sollte man auch vom schoensten Strand Abschied nehmen, wenn man mehr vom Land sehen will. Und so reisten wir weiter in den Naechsten Bundesstaat Karnataka. Die Busfahrt zum Ohm-Beach in Gorkana zeigte uns viele neue Seiten Indiens. Ueberall tauchen Cocospalmen und Bananenstauden auf. Und immer wieder kann man zwischen den Palmenwaeldern kleine Doerfchen entdecken. Frauen in Saris tragen Wasserkruege auf ihren Koepfen und Maenner arbeiten auf den saftig gruenen Reisfeldern.

Am Ohm Beach angekommen, erwartet uns ein ganz anderer Strand, als wir ihn in Goa verlassen hatten. Zwar waren auch hier ueberall Palmen, aber was den besondern Reiz  dieses Strandes ausmachte, waren die Felsen, die ueberall aus dem Wasser ragten und an denen die Wellen sich laut brachen.

Doch leider mussten wir am naechsten Tag schon wieder diesesn wunderschoenen Ort verlassen, denn wir wollten in diesen zwei wochen viel mehr sehen als nur die Stranede des Landes. Also nahmen wir den naechsten Zug nach Trivandrum, der Hauptstadt Keralas und verbrachtetn dort eine Nacht. Besonders Auffaellig in Trivandrum waren all die roten Fahnen. Kerala hat naemlich eine sozialistische Regierung. Ich weiss nicht genau, ob die Hilfsbereitschaft der Menschen dort darauf zurueckzufuehren ist, aber selten habe ich in Delhi so viele hilfsbereite Menschen getroffen.

Am Naechsten Tag lernten wir am Bahnhof eine nette Australierin kennen, die ebenso wie wir das Ziel Varkala hatte. Also setzten wir unsere Reise zu dritt fort. In Varkala genossen wir ein letztes Mal das Baden im Meer, der Strand konnte  allerdings mit den vorherigen nicht ganz mithalten, ausserdem glichen manch Stellen eher einer Muellhalde.

Nach einer schweisstreibenden Yoga-Stunde auf der Dachterasse unseres Hotels, wehrte sich mein Koerper auf ein mal mit Fieber gegen all die Anstrengungen unserer Reise.

Trotzdem reisten wir am naechsten morgen weiter nach Alapuzza, wo wir uns ein Kanu mieteten um die Backwaters (ein Flussnetz, das sich durch Kerala zieht) entlang zu rudern. Das heisst, Christine und die Australierin mussten rudern, waehrend ich, aufgrund meines Fiebers, es mir im Kanu gemuetlich machen und die Landschaft (mehr oder weniger) geniessen durfte.

Eigentlich wollten Christine und ich am naechsten Tag nach Munnar (ein huegeliger Ort voller gruener Teefelder) reisen, doch mein Fieber machte unserem Plan einen Strich durch die Rechnung. Also entschieden wir uns in Dorf in der Naehe Calicuts zu fahren, wo wir zwei andere Freiwillige besuchen durften. Schon am ersten Abend stellte sich heraus, dass dies eine sehr gute Planaenderung war, denn wir hatten die Chance ein richtiges Tempelfest mitzuerleben. Dieses Fest war besser als jeder Zirkus, mit Feuerspuckern und Akrobaten, Maennern die Blind Cocosnuesse zerhacken, auf dem nackten Bauch eines anderen mutigens Mannes. Oft genug blieb mir das Herz vor Schreck stehen, vorallem als sich ein Mann in Trance getanzt hatte und auf einmal regungslos umfiel. Doch nach einigem zufaechern, kam er wieder zu sich und konnte Kraft sammeln indem er die Milch einer frischen Cocosnuss trank.

Die naechsten Tage konnten wir das indische Dorfleben etwas kennen lernen und genossen es vollen Zuegen so nah an der Natur zu sein. Besonders schoen war der Ausflug zu einem nahegelegenem Huegel, der gar nicht mal so leicht zu besteigen war. Allerdings machte die unglaublich schoene Aussicht dort oben alle Muehen und Anstrengungen vergessen.

Zum Abschluss unserer Reise goennten Christine und ich uns in Cochi eine ayurvedische Massage, bevor wir uns auf den Weg zum Flughafen machten, um den Heimweg anzutreten.

Doch obwohl ich wunderschoene, anstrengende aber auch entspannende, aufregende und interessante zwei Wochen Urlaub hatte, ist doch immer noch bekanntlich das “nach Hause” kommen das Schoenste am Reisen. Diesmal war es besonders schoen, da ich von lauter strahlenden Kindergesichtern begruesst wurde, die sich freuten, dass ihre Didi, ihre grosse Schwester wieder zurueck ist.

Weihnachtsparty im Shelter Home

Um unser Weihnachtsfest mit den Maedchen aus dem Shelter Home zu teilen, organisierten wir eine kleine Weihnachtspartybei Prayas.

Einige Tage zuvor, hatten wir Weihnachtsdeko mit den Maedchen gebastelt, damit wenigstens ein bisschen weihnachtsliche Stimmung aufkommt. Die Schneemaenner und Nikolaeuse sahen schliesslich auch sehr schoen an den Palmen und Pflanzen aus.

Den ganzen Abend tanzten wir mit den Maedchen zu Hindimusik. Alle waren bester Stimmung, und es war schwer genug eine kleine Tanzpause einzulegen, um die unglaublich leckere Weihnachts-Donald Duck-Sahnetorte anzuschneiden und unter den Maedchen zu verteilen. Alle fuetterten sich gegenseitig mit Torte, was letztendlich in eine Tortenschlacht ausgeartet war. Denn es macht nun mal viel mehr Spass, jemandem Torte ins Gesicht zu schmieren, als in den Mund zu stecken.

Der Abend war aber hauptsaechlich bestimmt von Tanz. Nach einigen Stunden spielte der DJ dann allerdings doch sein letztes Lied und wir bekamen ein besonders leckeres Abendessen.

Nach dem Abendessen war Bescherung. Jedes der Maedchen bekam Armreifen und Nagelack, und wir bekamen wunderschoene selbsgemalte Weihnachtskarten und das schoenste Lachen, das Kinder einem schenken koennen.

Ein besonderes Weihnachtsfest

Am 24.12.2009 war der Unterricht im Center etwas besonderer als sonst. Das letzte Tuerchen des Advendskalenders wurde gleich zu Anfang der Stunde von einem Kind geoeffnet. Daraus kam das letzte Puzzle Teil fuer ein Labyrinth. Die groesseren Kinder durften daraufhin vor dem Center das Puzzle zusammensetzen. Und sie waren, Dank ihrer Teamarbeit, nach einiger Zeit doch sehr erfolgreich damit. Stolz praesentierten sie ihre Arbeit den kleineren Kindern des Centers, die sie dafuer mit Applaus belohnten. Waehrend die Grossen am Puzzlen waren, durften die Kleinen Weihnachtsmotive ausmalen. Sowohl das Labyrinnth, als auch die Weihnachtsbilder der kleineren schmuecken nun, zu meiner Freude das Klassenzimmer.

Nachdem der kreative Teil der Unterrichtsstunde vorbei war, begann der musikalische. Die Kinder durften Lieder in Hindi vorsingen und auch ich kam nicht drum herum einige Weihnachtslieder zum Besten zu geben (ich bin mir nicht ganz sicher, ob es zu deren Freude oder Leid war…)

Zum Abschluss bekam jedes Kind als kleines Weihnachtsgeschenk Kekse und einen Luftballon. Es ist fuer mich jedes Mal neu beeindruckend, wie sehr sich diese Kinder ueber eine Kleinikeit wie einen Luftballon freuen koennen.

Mittags durften Christine und ich frueher von der Arbeit gehen, da wir den Weihnachts-Gottesdienst einer Deutschen Gemeinde besuchen wollten. Dort angekommen, wurden wir erstmal erschlagen, von all den Eindruecken, die wir gar nicht mehr gewohnt waren. Es war fast wie ein kleiner Kulturschock wieder nur unter Deutschen zu sein. Die ganze Situation war fuer uns sehr unwirklich, vorallem, als der Indische Pfarrer auf ein Mal begann auf deutsch zu Predigen.

Alles in Allem war es aber bis dahin schon ein sehr schoener Tag, der nur noch durch den Heiligen Abend getoppt werden konnte, den ich mit meinen Mitbewohnern verbracht habe. (Allerdings nicht ganz so wie geplant…)

Eigentlich wollten wir den Heiligen Abend gemuetlich in unserer Wohnung verbringen und eventuell ein kleines Feuer auf der Dachterasse machen. Aber in Indien laeuft es selten wie geplant. Diesmal durchkreuzte der Krankenhausaufenthalt unserer Mitbewohnerin Lara unseren Plan. Das Heisst allerdings noch lange nicht, dass der Abend dadurch weniger schoen war, im Gegenteil. In der Krankenhauskueche durften wir unser Deutsches Weihnachtsgetraenk aufkochen, an Plaetzchen hat es uns Dank lieber Paeckchen aus Deutschland auch nicht gefehlt und sogar ein „Tannenbaum“, den wir Berta getauft hatten, schmueckte das Krankenzimmer. Als weihnachtliches Festmahlsessen, liessen wir uns Pizza von Pizza Hut auf das Krankenzimmer liefern. Der Lieferant hatte sich scheinbar sehr gefreut, und musste zunaechst einmal Fuer ein paar Fotos mit uns posen.

Und um die Weihnachtsstimmung perfekt zu machen, brachte Lea ihre Blockfloete mit, und wir durften ihre Weihnachtslieder mit Engelsstimmen begleiten.

Indische Hochzeit

Am Dienstag wurden wir von unseren Nachbarn, die ich allerdings vorher noch nie gesehen hatte, zur Hochzeit ihrer Tochter eingeladen. Schon die Tage zuvor wurde in deren Wohnung staendig gefeiert, getrommelt und gesungen. Die richtige Hochzeit fand allerdings erst Dienstag Aband statt. In einem riesigen Festzelt waren Tische und Stuehle und eine Tanzflaeche aufgebaut. An der Kopfseite des Zeltes war eine kleine Buehne auf dem ein Sofa stand. Auf diesem Sofa musste spaeter das Brautpaar den ganzen abend sietzen und Fotos mit den Gaesten machen. Auf der anderen Seite des Zeltes war ein unglaublich grosses und vorallem sehr leckeres Buffet aufgebaut. Schon an den kleinen Snacks haette man sich eigentlich satt essen koennen… Und auf so einer Hochzeit duerfen natuerlich auch die tollen indischen Suessigkeiten nicht fehlen. Leider gab es viel zu viel zu Essen um alles probieren zu koennen… Der Brauetigam kam mit einem Festzug auf einer Kutsche an, vor ihm liefen eine Musikkapelle und Maenner die in voelliger Extase tanzten. Die Braut kam erst spaeter, und blickte die ganze Zeit auf den Boden (eine Indische Braut muss traurig schauen) allerdings konnte sie sich ein kleines Laecheln ab und zu nicht ganz verkneifen. Vorallem als das Brautpaar die Blumenketten austauschen (so aehnlich wie bei uns die Ringe) sahen beide sehr gluecklich aus (das muss bei einer arangierten Hochzeit ja nicht immer der Fall sein). Alles in Allem war es ein sehr schoenes Fest (auch wenn es eigentlich nur ums essen und um das “sich Preasentieren” ging) und es war sehr spannend endlich mal eine Indische Hochzeit kennenzulernen, von denen uns immer (zu Recht) vorgeschwaermt wurde.